Mit dem LT nach Asien...

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Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Feuerwehr_Fabian » Freitag 13. Juli 2018, 13:35

Hallo zusammen,
in der LT 4x4 Gruppe bei Facebook hatte ich den Link schon vor einiger Zeit gepostet. Heute komme ich endlich dazu dies auch hier zu tun und ein paar begleitende Worte zu schreiben.

Wem beim Namen Iran gleich Schurkenstaat oder Terror in den Sinn kommt, sollte recht bald mal über eine Reise in den Iran nachdenken und ich bin überzeugt er wird mit einer anderen Meinung heimkehren.
Aber hier erstmal der Link zu den Bildern:
https://flic.kr/s/aHsmb5yM8Y

Meine Einreise erfolgte von der Türkei aus. Die Einreise verlief problemlos, innerhalb weniger Stunden waren alle Formalitäten erledigt und ich im Land. „Welcome to Iran“ Dieser Spruch den ich als erstes vom Zöllner, der das schwere Metalltor, das die beiden Länder trennt, zur Seite schob, gehört hatte sollte mich noch täglich auf meinem Trip durch Iran begleiten.

Wichtig ist dass man für seine LT ein Carnet de Passage hat welches es über den ADAC gibt.

Mein erster Stop nicht weit nach der Grenze war das Armenische St. Thaddäus Kloster. Da fährt man den ganzen Weg in die Islamische Republik und schaut ein Kloster an. :-) Aber auch im Iran gibt es ein paar Christen, zwar nur sehr wenige, aber ihre Klöster und Kirchen haben auch die Revolution überdauert. Malerisch in den Bergen ist das Kloster auf jeden Fall einen Besuch wert.
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Die erste Großstadt im Iran die ich besucht habe war Tabriz. Ich habe ich den örtlichen Campingplatz angesteuert und war positiv überrascht. Kostenloses Camping so lange man möchte, U-Bahn 150m die Straße runter, heiße Duschen, was will man mehr. Die Iraner campen auf dem Asphalt
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Die Stadt zeigte sich dann deutlich moderner als ich Iran in Erinnerung hatte. Die U-Bahn, nagelneu und super Sauber. Shoppingmalls mit allen erdenklichen Produkten in der Stadt.
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Doch auf dem Bazar laufen die Dinge wie eh und je. Die Teppichhändler feilschen mit den Kunden um den Preis, der Dattelverkäufer preist seine Produkte an. Durch die Gänge schieben sich die Kunden und die Mitarbeiter mit ihren Handkarren. Das sind schöne Erlebnisse und Fotomotive an jeder Ecke.
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Vor meiner Weiterreise durfte eine Fahrt mit der neuen Gondelbahn auf den Hausberg nicht fehlen. Auch hier bin ich wieder überrascht, die österreichische Firma Doppelmayr hat hier eine sehr moderne Bahn wie sie auch überall in den Alpen zu finden ist gebaut.
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Der Blick vom Berg ist dann leider durch den Smog getrübt, das ist dann der Nachteil des Fortschritts.

Also mache ich mich auf den Weg aus der Stadt in die Natur. Mein Ziel die Colorful Mountains. Nördlich von Tabriz liegt eine Bergkette die für ihre unterschiedlichen Farbtöne bekannt ist. Hier erlebte ich schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Wüste. Große Weite und wunderschöne Natur.
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Weiter geht die Fahrt in südöstliche Richtung nach Tacht-i Suleiman. Hier sind die Reste eines Zoroastischen Feuertempels. Wer sich jetzt frägt wer die Zoroastrier sind kann dies selbst mal googlen. Es gibt heute jedenfalls noch Leute die diesem Glauben angehören.

Ich habe den Tempel zwar schon einmal besucht, mir hat es damals aber so gut gefallen, dass ich mich dieses Mal wieder dazu entschloss einen Besuch hier einzulegen.
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Auf über 2000m an einem Kratersee in den Bergen gelegen umgibt den Tempel bzw. deren Reste einen sehr schöne Atmosphäre. An schönen Campingmöglichkeiten mangelt es in den Bergen auch nicht, nur bin ich etwas über die Kälte verwundert. War in Tabriz nach T-Shirt Wetter, waren in den Bergen wieder Pulli und Mütze angesagt.

In der Umgebung des Tempels gibt es auch noch einige Vulkankrater die zu besichtigen sind. Die senkrechten Wände von zwei Kratern sind besonders imposant. In einem der Krater hat sich in 60m Tiefe nun ein See gebildet. Es ist sehr beeindruckend am Rand zu sitzen und in die Tiefe zu schauen.
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Weiter geht die Fahrt über ein paar Pässe mit mehr als 2500m nach Teheran. Schon in den Randbezirken sehe ich viele neue Hochhäuser, teils noch im Bau und teils schon fertig gestellt. Die gesamt 20Millionen Einwohner die in der Stadt und im Umland leben, müssen schließlich irgendwo wohnen.

Gemeinsam mit einem Iranischen Freund geht es zum Wandern in die Berge. Teheran wird im Norden direkt von den Bergen begrenzt die bis 4000m hoch über der Stadt aufragen. Mit dem Taxi geht’s bis zu den letzten Häusern auf 1700m. Ab hier schlängelt sich der Weg an einem Fluss entlang und später steil einen Berghang hoch bis wir nach 4-5Stunden auf 3000m einen Pass erreichen. Ab hier geht es für 2 Stunden langsam abwärts bis zur Hütte auf 2600m in der wir die Nacht verbringen. Wie in den Alpen gibt es auch im Iran Berghütten die durch den lokalen Bergverein unterhalten werden. Die Nacht mit 10 Schnarchern im 10 Bett Zimmer auf einer Matratze die den Komfort eines Teppich hatte, war zwar nicht so gut, aber der Blick nach dem Aufstehen hoch auf die Gipfel oder runter auf die Stadt entschädigt für die Strapazen. Vor dem Abstieg in die Stadt steht heute noch ein 3350m hoher Gipfel an. Der Aufstieg ist noch leicht, aber der Abstieg von 3350m auf 1700m in die Stadt will nicht enden.
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Mein nächstes Ziel ist die Maranjab Wüste nördlich von Kashan. Hier soll es schöne Sanddünen und einen Salzsee geben. Die Abkürzung zum See endet leider in einem Nebenarm des Salzsees. Es sind Fahrspuren über das Salz zu sehen also bin ich der Meinung dass dies auch mit Gertrude möglich ist. Die doch nach ein paar hundert Metern ist leider Schluss. Getrude ist durch die getrocknete Schicht eingebrochen und hängt bis auf die Achsen im Matsch. Im ersten Augenblick muss ich noch lachen über mich selbst… bei Salzseen muss man sehr vorsichtig sein, dass war mit bewusst und ich war so dumm und habe es trotzdem gewagt. Nach 2 Stunden schaufeln und Salz-Erde-Matsch verschmiert am ganzen Körper, denn unter das Auto kommt man nur auf dem Bauch liegend, war mir schon lange nicht mehr zu lachen zu Mute. Es war inzwischen Dunkel geworden und der LT saß immer noch tief im Dreck. Mit dem Wagenheber wird das Fahrzeug Stück für Stück angehoben und die Sandbleche unter die Reifen geschoben. Nach 3h sind die zwei Hinterreifen auf den Sandblechen und die Vorderreifen sowie Achsen freigeschaufelt. Zum Glück klappt es gleich beim ersten Versuch und Gertrude kommt frei. Vollgas rase ich rückwärts meine Spur entlang zurück. Nach 150m erreiche ich festen Untergrund und halte an. Jetzt muss ich nur noch das Equipment zum Auto tragen verpacken und kann mich endlich daran machen einen Schlafplatz abseits des Sees zu finden…das war ja ein holpriger Start in die Wüste.
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Doch in den kommenden zwei Tagen werde ich dann mit wunderschöner Wüstenlandschaft belohnt. Berge in unterschiedlichsten Farbtönen und Sanddünen soweit das Auge reicht. Die Bilder sagen mehr als 1000 Worte.
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Ein Pflichtprogramm eines jeden Iran Besuchs ist Esfahan auch Isfahan geschrieben. Neben der angeblich schönsten Moschee der Welt gibt es hier den Naghsh-e Jahan Platz im Stadtzentrum Rings um den Platz reihen sich die Moscheen, Paläste und der Bazar. Bei Nacht sind die Gebäude schön beleuchtet und der Besuch ein besonderes Erlebnis.
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Ein weiterer Sehenswerter Stop ist die Stadt Yazd. Das gesamte historische Zentrum ist aus Lehmhäusern gebaut und wird von schönen Moscheen und Herrenhäusern verziert. Yazd ist auch das Tor zur Kavir Wüste, so türmen sich schon kurz hinter den letzten Häusern der Stadt die ersten Sanddünen auf.
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Vor mir lag dann die Fahrt durch die Dasht-e Kavir Wüste nach Mashhad. 1000km Strecke unterbrochen von ein paar Oasen mit Tankstellen. Zum Glück sind die Iranischen Straßen gut ausgebaut, so dass die Strecke kein Problem darstellen sollte. Doch ich hatte den Plan ohne Gertrude (mein LT) gemacht. Unterwegs habe ich natürlich einen Abstecher in die Sanddünen gemacht. Ein Spielplatz für große Kinder. Leider war ich zu übermütig und habe mich mal wieder bis auf die Achsen im Sand eingegraben. Beim Freifahren (weil ich zu faul zum schaufeln war) hat sich dann Sand in die Dichtung des vorderen Differentials gedrückt und diese beschädigt. So musste ich zurück auf der Straße feststellen dass ich hier einiges an Öl verlor. Nicht beim Stehen sondern beim Fahren drückt das Öl an der kaputten Dichtung vorbei. Es lagen zu diesem Zeitpunkt noch 700km Wüstenstrecke vor mir. Alle 100km habe ich nun angehalten um nach dem Ölstand zu schauen und wenn notwendig nachzufüllen. Am Ende bin ich gut in Mashhad im Nordosten Irans angekommen. Einen Freund in Mashhad hatte ich von unterwegs aus schon nach einer Werkstatt gefragt und er meinte nur: „Komm erst mal an, ich bin Maschinenbauingenieur und meine 3 Brüder auch. Mein Vater war früher KFZ Mechaniker, wir bekommen das ohne Probleme repariert.“
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Seine Zuversicht konnte ich nicht ganz teilen, aber es war tatsächlich ein passender Wellendichtring in der Stadt zu bekommen. Sogar so einfach, ich konnte es kaum glauben, das wäre selbst in Deutschland schwieriger bzw. nur übers Internet möglich gewesen. Hier zahlt es sich einfach aus, dass es eine ganze Straße oder Stadtviertel gibt die nur auf Autos und LKW spezialisiert sind. Hier findet sich jedes Geschäft von der Dichtung, über das Werkzeug bis hin zum ganzen Motor. In den Hinterhöfen unzählige Werkstätten.

Mit der Dichtung in der Hand stehen wir noch vor dem Geschäft auf der Straße als ein VW Bus T2 neben uns hält. Was wir hier machen will er wissen, ob wir Hilfe brauchen? Er sei der VW Spezialist der Stadt…. Glück muss man haben. In einer Stunde ist für wenige Euro die Dichtung und das Öl getauscht und es kann weiter gehen. Aber wie im Iran üblich endet das Ganze in einer Einladung zum Mittagessen.
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Mashhad hat außer des Imam Reza Schreins eines Mausoleums des berühmten Imams Reza nicht so viel zu bieten. Aber das Mausoleum verschlägt mir die Sprache. Leider darf im Inneren nicht fotografiert werden, so empfehle ich euch selbst einen Besuch. Auf einer Grundfläche von fast 600000m^2 gibt es hier unzählige Innenhöfe und reich verzierte Räume. Die Wände und Decken quillen über vor Verzierungen mit Gold, Silber und Millionen von kleinen Spiegeln die in die Decken zu Mosaiken eingelassen sind. Mir bleibt der Mund offen stehen. Wenn man sich wie die Einheimischen verhält (man muss nicht gleich die Türen und Wände küssen, aber gläubig dahin schreiten) kann man auch den innersten Bereich zu Gesicht bekommen und sieht den Sarg vor den sich die Pilger niederwerfen und ihn küssen. Der Besuch des Schreins mit seinen tollen Verzierungen, der riesigen Größe und den Pilgern war ein einmaliges Erlebnis!

Bis zur Turkmenischen Grenze ist es jetzt nicht mehr so weit. Die letzte Nacht verbringe ich in der Shamkaahl Schlucht. Rechts und links erheben sich die senkrechten Felswände…. Ein wunderschöner und sehr außergewöhnlicher Platz für die Nacht.
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Hier endet mein Reisebricht. Ich hoffe der ein oder andere hat auch bis zum Ende durchgehalten.

Ich kann jedem den Besuch Irans ans Herz legen. Macht euch selbst ein Bild von diesem schönen Land mit sehr freundlichen Menschen. Wartet nicht mehr so lang mit eurem Besuch. Die Touristenmassen schieben sich heute noch nicht durch Esfahan, aber es sind schon deutlich mehr Touristen im Land als noch vor 10 Jahren. Wartet nicht bis Esfahan zu Istanbul oder Barcelona geworden ist.

Hier im Bericht ist jetzt eine Auswahl der Bilder gezeigt. Unter dem oben genannten Link kommt ihr zum kompletten Flickr Album.

Grüße
Fabian
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Waldfahrer » Freitag 13. Juli 2018, 17:40

Servus Fabian,

danke für den Bericht und die traumhaften Bilder.
Da bekommt man wahrlich Lust!

Gruss Josef
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Zaphodbeeblerock » Freitag 13. Juli 2018, 18:02

Oh wow ...
Bei uns in der Tat auf der Liste der zu machenden Reisen. Nur fürchte ich wir würden da nicht mehr weg wollen :)

Wie siehst Du die Chancen das mit 2WD zu machen?

Ganz herzliche Grüße!
Alexander
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Feuerwehr_Fabian » Samstag 14. Juli 2018, 14:40

Hallo, danke für das Lob.
Mit 2wd gar kein Problem. Die Straßen in Iran sind meist in sehr gutem Zustand. Bei der Auswahl des Schlafplatzes ist man dann etwas eingeschränkt, aber das ist ja in Europa auch nicht anders.
Auch zu Plätzen in der Wüste und in den Bergen kommt man ganz gut ohne Allrad.
Wer noch weitere Fragen hat und Infos braucht, einfach melden. Ich helfe gerne.

Gruß
Fabian
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Holstenbuddel » Samstag 14. Juli 2018, 15:06

Klasse Bericht und die Bilder Wow :TOP:

Gruss Andreas
-wenn es Brüste oder Räder hat - wird es irgendwann Schwierigkeiten machen-
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon kuhtreiber » Sonntag 15. Juli 2018, 09:17

Hallo Fabian
Danke für die tollen Bilder, und das du uns ermutigst, mal wieder neue Wege zu gehen. Auch wir waren vor Jahren (mit dem Motorrad) immer wieder in Afrika unterwegs. Ich weiß das es da viel Mut es braucht, um sich alleine durch zu schlagen. Aber es lohnt sich, diese Bilder bleiben im Kopf , für immer. :doppel_top: Wir wünschen dir noch weiterhin eine sichere Reise. Komm gut nach Hause.
Gruß von Axel und Mona aus dem Kochertal
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon MrsRobinson » Mittwoch 18. Juli 2018, 23:26

Hallo Fabian,

das sind ganz wundervolle Bilder! Vor Allem die in der Wüste sehen ganz surreal aus, fast wie ein Gemälde. Ich bin neidisch :grin:
Ganz viele Fragen hab ich auch. War der Iran dein Reiseziel und wirst du dich von dort auf die Rückreise machen oder geht es für dich noch weiter Richtung Asien?
Reist du alleine oder in einer Gruppe bzw. mit Kontakten vor Ort? Sind dir unterwegs politische oder gesellschaftliche Unruhen aufgefallen oder bemerkt man davon als Reisender wenig?
Und welche Sprachen beherrschst du, kommst du auch ohne Arabisch oder Persisch gut klar? Ich kann seit einem VHS-Kurs die Schriftzeichen lesen, aber die Sprache nicht verstehen. Marokko steht auf jeden Fall auf meiner To-Do-Liste, aber das ist im Gegensatz zum Iran ja easy. Freue mich auf deine Antworten!

Liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt!
Julia
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Klaus » Donnerstag 19. Juli 2018, 11:30

DANKE
Für den tollen Bericht und die schönen Bilder
Grüsse aus Köln
Klaus Müller
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon unsaBussje » Samstag 21. Juli 2018, 00:37

Hallo,

echt super coole Bilder! Danke dafür :FREU:
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Feuerwehr_Fabian » Donnerstag 30. August 2018, 17:56

Hallo zusammen,
nach einigen Wochen intensivem Reisen komme ich jetzt mal zum Antworten.

Ganz viele Fragen hab ich auch. War der Iran dein Reiseziel und wirst du dich von dort auf die Rückreise machen oder geht es für dich noch weiter Richtung Asien?

Iran war ein Land meiner Reise durch Asien. Von Iran bin ich weiter nach Turkmenistan gereist. Aktuell bin ich in Georgien und noch bis Ende des Jahres unterwegs. Einen Bericht zu Turkmenistan werde ich wenn es klappt die Tage posten.

Reist du alleine oder in einer Gruppe bzw. mit Kontakten vor Ort?
Ich bin teils mit Frau und Tochter aber teils auch alleine unterwegs. Die letzten Wochen war ich auch mit Freunden aus Deutschland die auch gerade mit ihrem Iveco in der "Gegend" waren unterwegs. Eine bunte Mischung. Eine organisierte Tour ist für Iran absolut nicht notwendig, selbst wenn man mit dem Fahrzeug oder dem Finden eines Stellplatzes Probleme hat, die Leute vor Ort sind so freundlich. Man findet sich ganz plötzlich bei einer Iranischen Familie wieder und muss sich um Stellplatz und Essen keine Gedanken mehr machen. Auch nutze ich die Internetplattform Couchsurfen, hier sind die Iraner stark vertreten und man findet sehr einfache eine Möglichkeit zu übernachten und so die Leute vor Ort kennen zu lernen.

Sind dir unterwegs politische oder gesellschaftliche Unruhen aufgefallen oder bemerkt man davon als Reisender wenig?

Also die Unzufriedenheit der Iraner über ihre Regierung bekommt man recht schnell mitgeteilt. Auch Fragen wie "Ich will hier weg, was gibt es für Möglichkeiten in Deutschland" hört man ständig. Aber offene Proteste auf der Straße sind sehr selten und wenn dann riegelt die Polizei alles ab und man bekommt davon nichts mit. Ich glaube selbst wenn man es darauf anlegt bei einer Kundgebung dabei zu sein, würde es einem schwer fallen den Ort zu finden und an der passenden Uhrzeit da zu sein. Selbst die ARD musste als sie mal über die Demos berichtet hatte auf Infos aus zweiter Hand zurück greifen da die Journalisten nicht zur Demo gekommen sind. So denke ich geht hier für Touristen keinerlei Problem aus.
Was natürlich passiert wenn Ali Khamenei der Führer des Landes stirbt weiß ich nicht. Manche Iraner wünschen sich nichts mehr als das und das Land könnte dann durchaus sehr ins Wanken kommen. Aber darüber zu spekulieren ist vermutlich Zeitverschwendung.

Und welche Sprachen beherrschst du, kommst du auch ohne Arabisch oder Persisch gut klar?

Ich spreche nur Englisch und Deutsch fließend. Persisch kann ich ein paar Wörter sprechen und die Zahlen lesen. Meist kommt man mit Englisch in den Städten zurecht, auf dem Land würden einem mit Persisch noch mehr Türen offen stehen, aber mit Händen und Füßen kommt man meinst schon recht weit.

Ich hoffe das hat deine Fragen soweit beantwortet.

Gruß
Fabian
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Feuerwehr_Fabian » Samstag 1. September 2018, 07:16

Hallo zusammen, nach der positiven Resonanz auf meinen Iran Bericht möchte ich hier mit meinem nächsten Land anknüpfen.

Turkmenistan = Absurdistan ??

Wer hat überhaupt schon mal von Turkmenistan gehört? Ich muss zugeben, mehr als den Namen kannte ich nicht bevor ich angefangen hatte über dieses Land zu recherchieren. Sehr abgeschottet leben die Einwohner mit relativ hohem Wohlstand, der durch Gasexporte finanziert wird, in diesem Land, das fast nur ans Steppe und Wüste besteht. Das Bereisen des Landes ist nicht einfach. Viele Visaanträge werden abgelehnt oder man erhält nur ein Transitvisum das nach Lust und Laune der Beamten zwischen 3 und 5 Aufenthaltstagen erlaubt. So war ich war froh überhaupt ein Visum für dieses Land über das im Westen nicht viel bekannt zu erhalten. Auf einer Rangliste der schwierigsten Visa liegt Turkmenistan nicht weit hinter Nord Korea.

Dass in Turkmenistan die Uhren anders gehen musste ich direkt an der Grenze feststellen. In 20min aus Iran ausgereist, aber bis ich alle Formalitäten auf Turkmenischer Seite erledigt hatte waren, waren fast 4Stunden vergangen. An der Grenze wurden mir neben einer Landkarte auf der die „zugelassene“ Strecke eingetragen war auch eine GPS Box ausgehändigt die sich immer im Auto befinden muss. So ist es der Regierung möglich immer meinen Standort zu kennen. Dies ist schon etwas erschreckend, aber meine Visa Dauer war ohnehin auf nur 5Tage beschränkt.

Auf den40km von der Grenze bis in die Hauptstadt Ashgabat darf nicht gestoppt und fotografiert werden. Über die Berge ziehen sich hier riesige Stacheldrahtzäune und Schützengräben. Haben die Turkmenen tatsächlich Angst vor den Iranern oder dient das nur gegen Illegalen Grenzübertritt und Schmuggel? Kurz nach dem der letzte Checkpoint passiert ist erblickt man die weiße Stadt unter sich in der Steppe.
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Der Anblick wirkt nach den Wochen im Iran recht merkwürdig. Riesige Prachtstraßen durchziehen die Stadt, doch auf den Straßen befinden sich kaum Autos. Die meisten Straßen sind 8Spurig ausgebaut, aber man sieht meist nur ein paar Autos darauf. Kein Vergleich zum Chaos im Iran.
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Ein großer Teil der Stadt ist nagelneu aufgebaut, hierzu wurden teilweise komplette Viertel abgerissen und nach den Wünschen des Präsidenten neu aufgebaut. Neben dem wenigen Verkehr ist auch auffällig wie wenig Menschen man sieht. Die Stadt wirkt oft wie eine Fassade.
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Als Sehenswürdigkeiten in der Stadt gelten die unterschiedlichen Prachtbauten und Denkmäler die der Präsident zu unterschiedlichen Anlässen bauen lässt. Oft steht man vor einem dieser Gebäude und kann nur den Kopf schütteln. Was hat sich der Typ (Präsident) dabei gedacht… Neben einen Riesenrad das in einem Marmorkäfig eingemauert ist, gibt es auch noch den Heiratstempel mit einer goldenen Kugel auf dem Dach und diverse Türme. Die meisten Denkmäler zeigen den Präsidenten oft in Gold oder auch auf einem Pferd als riesige Reiterstatue. Man muss sich mal vorstellen Angela Merkel als neuer Engel auf der Siegessäule in Berlin :grin:
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Ich habe zwei Nächte in Ashgabat verbracht, aber auch nach ein paar Gesprächen mit Einheimischen wurde ich nicht schlau aus diesem Land. Der Wohlstand und die Möglichkeiten ins Ausland zu reisen stehen im krassen Kontrast zu den Restriktionen im Land. Mir kommt es vor als sei das halbe Internet gesperrt. Selbst mit VPN Verbindungen die zum Umgehen der Sperre verwendet werden funktionieren nicht. In der Stadt sind teils komplette Straßen gesperrt so dass man ja nicht zu nah an den Präsidentenpalast kommt auch stehen in der übrigen Stadt überall Polizisten die aufpassen das ja keiner was Falsches macht. Weitere verrückte Restriktionen sind dass in der Hauptstadt fast nur weiße Autos zugelassen sind (Lieblingsfarbe vom Präsident) und das Rauchen wurde so nach einer OP die sich der Präsident unterziehen musste (und danach nicht mehr rauchen durfte) so stark eingeschränkt wie fast nirgendwo auf der Welt.

Ich bin froh am 3. Tag Ahsgabat zu verlassen und wieder in die Natur zu kommen und weniger Polizei und sonstige Aufpasser um mich zu haben. Doch sobald man die Hauptstadt verlässt ändert sich das Bild des Landes. Aus der Achtspurigen Straße wird eine normale Landstraße und jeden Kilometer den man sich von der Hauptstadt entfernt steigt die Anzahl der Löcher in der Straße.
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Aus den weißen Prachtbauten werden Holzhäuser und irgendwann Lehmhütten. Meine vorgegebene Route führt mich durch die Mitte des Landes nach Norden. Viel gibt es hier nicht zu sehen. Steppe und irgendwann Wüste mit ein paar Sanddünen und vereinzelt eine kleine Ansiedlung. Die Highlights sind hier drei Krater die vor vielen Jahren bei der Suche nach Gas durch die Russen entstanden sind. Einer der Krater ist mit Wasser gefüllt, ein Krater mit Schlamm und das absolute Highlight ist der Feuer Krater.
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Das hier austretende Gas brennt inzwischen schon seit mehr als 50Jahren. Schon tagsüber sieht dies schon spektakulär aus, aber bei Nacht kommt das Feuer noch viel deutlicher zur Geltung. Nicht ohne Grund wird der Krater auch „Door to Hell“ genannt.
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Nach einer spannenden Nacht in Sichtweite zum Krater geht es für mich am Nächsten Tag weiter nach Norden zur Usbekischen Grenze. Die Straße verwandelt sich in einen Flickenteppich und es ist teils besser auf der parallel verlaufenden Schotterpiste zu fahren als auf der eigentlichen Straße. Am späten Nachmittag erreiche ich den Grenzort zu Usbekistan.

Rückblickend war es eine sehr interessante Erfahrung dieses verrückte Land bereist zu haben. Unzählige Momente des Kopfschüttelns und Lachens über solch skurrile Bauten und Vorschriften liegen hinter mir. Aber ich bin auch froh nach 5Tagen weiterreisen zu können, auch wenn Usbekistan gemessen an westlichen Standards auch noch immer ganz schön verrückt ist.

Hier im Bericht ist nur eine Auswahl meiner Bilder gezeigt, unter folgendem Link könnt ihr das gesamte Bilder Album bei Flickr anschauen:

https://flic.kr/s/aHsmm2Hon2

Grüße

Fabian
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Jan77 » Sonntag 2. September 2018, 12:50

Sehr, sehr schön! Gute Fahrt weiterhin!
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon derhannes » Montag 17. September 2018, 17:29

Hammer! Danke. Das ist auch auf dem Programm...wenn Willi bereit ist.
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Feuerwehr_Fabian » Donnerstag 15. November 2018, 19:34

Hallo zusammen, hier war es ja recht ruhig die letzte Zeit...deshalb hier endlich der Bericht vom nächsten Land auf meiner Tour: Usbekistan

Ich bin von Turkmenistan eingereist und war 3 Wochen im Land.
Wer jetzt auf der Landkarte schaut und feststellt, dass Usbekistan deutlich größer als Deutschland ist, muss wissen dass das Land zu großen Teilen nur aus Wüste oder Steppe besteht. So war es Problemlos möglich innerhalb von 3 Wochen die schönsten Sehenswürdigkeiten des Landes entspannt zu besichtigen. In der Nähe von Nukus bin ich nach Usbekistan eingereist. Nukus ist im Sowjetischen Stil aufgebaut, quadratische Wohnblocksviertel mit Wohnblocks und breite Straßen. Dennoch hat mir die Stadt nach dem verrückten Turkmenistan gefallen, endlich mal wieder normales Leben auf der Straßen, ein Bazar auf dem viele Menschen zum Einkaufen sind und es wunderbar frisches Gemüse gibt. Von Nukus habe ich mich entschieden nach Mo‘ynoq, die ehemalige Hafenstadt am Aralsee, zu fahren, auch wenn es ein gewaltiger Umweg ist.
Fährt man mit dem eigenen Fahrzeug durch Usbekistan muss man aktuell jeden Umweg abwägen, denn es ist nicht einfach im Land Diesel oder Benzin zu tanken. Hintergrund ist, dass Usbekistan riesige Gasvorkommen, aber kaum Erdöl besitzt. Die Regierung kam deshalb auf die Idee einfach alle Fahrzeuge mit Gas zu betreiben. So fahren fast alle PKW und Busse mit Gas. Auch viele LKW wurden auf Gas umgerüstet. Fährt man nun durchs Land sieht man viele Tankstellen für Benzin oder Diesel, doch stoppt man um zu tanken bekommt man meist gesagt dass es gerade kein Sprit gibt. So ist es notwendig bei sehr vielen Tankstellen zu halten bis eine Tankstelle mit Diesel gefunden ist. Gibt es irgendwo Diesel, füllt man natürlich alle Tanks und Kanister. :grin:
So, aber nun zurück an den Aralsee von dessen Schicksal die meisten vermutlich schon gehört haben. 1960 war der Aralsee einer der größten Seen der Erde und hat die ganze Region mit Arbeit durch Fischfang versorgt und das lokale Klima reguliert. Inzwischen ist 90% weniger Wasser im See vorhanden und es haben sich riesige Wüstengebiete ausgebreitet. Das verbleibende Wasser hat einen so hohen Salz und Giftgehalt dass kaum noch Leben im See vorhanden ist. Grund für die Austrocknung ist dass die Zuflüsse des Sees für die Bewässerung von riesigen Plantagen verwendet werden. Meist wird dort Baumwolle aber auch Obst und Gemüse angebaut.
Mo‘ynoq die ehemalige Hafenstadt, die nur noch ein großes Dorf ist, liegt inzwischen mehr als 100km vom der Küste entfernt.
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Auf dem Bild ist zwar etwas Wasser zu sehen, hierbei handelt es sich aber nicht um den Aralsee sondern einen Tümpel am Rand der Straße.

Am Rande der Stadt liegen am ehemaligen Hafen noch einige Schiffe im Sand die besichtigt werden können. Das Gefühl mitten in der Wüste auf einem Schiff zu stehen ist schon sehr merkwürdig. Was der Mensch in seinem Wahn hier vollbracht hat ist ein Jammer.
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Doch nachdem ich meine Fahrt kurz hinter die Ortsgrenze fortgesetzt habe, ist die Landschaft mit Bohrtürmen übersät. Mir scheint es die Usbekische Regierung stört die Austrocknung nicht, jetzt lässt sich hier deutlich einfacher nach Gas bohren als wäre hier noch Wasser.
Trotz Dieselmangel im Land lasse ich es mir nicht nehmen und setze meine Fahrt zu den Resten des Aralsees fort. (Wer weiß wie lange dies noch möglich ist bis gar kein Wasser mehr da ist) Straßen sind hier keine vorhanden nur Offroadpisten die über den ehemaligen Seegrund führen (siehe Bild meines Handys auf welchem ich eine alte Russische Militärkarte geladen hatte).
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Anhaltspunkte wo sich der See heute befindet habe ich nur als Satellitenbildern von Google. So ist diese Tour eine richtige Expedition. Infos aus dem Internet zu GPS Punkten usw. konnte ich keine finden und so habe ich diese während der Fahrt selbst gesammelt. Der See wird im Westen von einem 100m hohen Plateau begrenzt von wo man die beste Aussicht über den See und auch (wenn man den Weg findet) den einfachsten Zugang zum Wasser hat.
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Ich habe hier tagelang keine anderen Menschen getroffen und fand diese totale Abgeschiedenheit, wie ich sie selbst in den Iranischen Wüsten nicht erlebt hatte, sehr interessant.
Zurück in Nukus zeigt mir der Blick auf den Tacho dass ich gerade von einem 1000km Umweg zurück bin und hierfür mehr als 200Liter Diesel verbraucht habe. Wer sich jetzt über den Verbrauch wundert…das ist ganz normal. Wer mal offroad unterwegs war, kann dies bestätigen. Der Verbrauch wird nicht mehr nach Kilometer sondern Betriebsstunden berechnet.
Mit etwas Glück kann ich in Nukus meine Tanks wieder füllen und setze meine Fahrt nach Xiva/Khiva fort. Xiva ist die erste der drei großen historischen Seidenstraßenstädte für die Usbekistan bekannt ist. Eine massive Stadtmauer um gibt die Altstadt, welche schon fast überfüllt ist mit Sehenswürdigkeiten.
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Jeder Herrscher hat der Stadt eine neue Koranschule(Medresse) gestiftet, eine neue Moschee erbaut oder den Palast erweitert. Für den heutigen Touristen ist das eine tolle Sache. Mit einem Eintrittsticket, welches zwei Tage gültig ist, können alle Sehenswürdigkeiten besichtigt werden.
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Aber auch außerhalb der Stadtmauern gibt es viel zu entdecken. Hier unterscheiden sich die Stadtviertel deutlich von der Altstadt. Einige Straßen sind übersäht mit Löchern oder es sind nur Schotterwege vorhanden. Doch auch dies macht den Reiz einer solchen Reise aus. Nicht nur die top restaurierte Altstadt besichtigen, sondern auch zu sehen wie die Menschen etwas abseits der Touristenpfade leben. Die Menschen denen ich in Usbekistan begegne sind durchweg freundlich und oft etwas zurückhaltend. Dies ist ein sehr angenehmes Klima zum Reisen.
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Die weitere Fahrt auf der Seidenstraße führt mich nach Bukhara/Buxoro. Auch hier gibt es wie schon ich Xiva Moscheen und Koranschulen zu besichtigen.
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Auf der weiteren Strecke liegt eine weitere kulturelle Sehenswürdigkeit, diese ist aber deutlich älter als die bisher besichtigten Städte. Nördlich von Navoi können in der Sarmysh Schlucht 3000 Feldzeichnungen aus der Bronzezeit besichtigt werden, auf einer Länger von 10km wurden diese in die Felswände der Schlucht geritzt. Touristische Infrastruktur ist nicht vorhanden, man kann mit dem Auto selbst in die Schlucht fahren und muss die Zeichnungen suchen. Zu machen sind ein paar Trampelpfade angelegt, aber ein Großteil muss selbst gefunden und erklettert werden. Die Bilder stellen Tiere und Menschen dar, auch wird darüber spekuliert ob manche der Zeichnungen Aliens darstellen, allerdings habe ich solche Zeichnungen nicht gefunden. Egal ob Aliens oder Tiere und Menschen, die Zeichnungen zu betrachten mit dem Wissen dass diese hier schon vor vielen 1000 Jahren in den Fels geritzt wurden ist sehr beeindruckend.
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Höhepunkt der Usbekischen Seidenstraße ist unangefochten Samarkand/Samarqand. Schon der Name klingt nach einem Orientalischen Märchen. Am sogenannten Registan stehen sich 3 ehemalige Medressen also Koranschulen gegenüber. Ein Anblick der sich durch weniges in der Welt steigern lässt, einfach wunderschön dieses Ambiente.
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Aber Samarkand hat noch mehr zu bieten. Weitere Moscheen und einen Friedhof der übervoll verziert ist mit bemalten Kacheln und Ornamenten. Samarkand war ein absolutes Highlight der Reise durch Usbekistan.
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Nach ein paar Tagen geht es von Samarkand weiter nach Taschkent. Die Hauptstadt Usbekistans hat nicht so viel zu bieten. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die U-Bahnstation „Kosmonavtlar“. Hier wurde 1984 zu Ehren der Raumfahrt der UdSSR die gesamte Station nach dem Thema Raumfahrt gestaltet. Auf Bildern sind erfolgreiche Kosmonauten dargestellt. Die Wände stellen farblich die Erdatmosphäre von weiß über blau nach schwarz dar.
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Nachdem ich nun so viele Städte gesehen habe ruft die Natur. Im Grenzgebiet zu Kasachstan und Kirgisistan erheben sich Berge bis in eine Höhe von über 3000m. Zahlreiche Gebirgsseen laden zum Erkunden ein.
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In die Berge zu gelangen stellt sich dann doch etwas komplizierter heraus, da diese sich im Grenzgebiet befinden. Im ersten Tal das ich einfahren möchten werde ich direkt zurück geschickt. Tagsüber hätten ich dort bleiben dürfen aber übernachten sei nicht möglich. Schade, aber ich geben nicht so schnell auf. Für die Nacht finde ich trotzdem einen super Platz.
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Am nächsten Tag habe ich mehr Glück. Der Militärcheckpoint in ein weiteres Gebirgstal ist nicht besetzt und so brause ich über Schotterpisten steil bergauf. Ich erreiche riesige Almwiesen auf über 2000m Höhe. Die Landschaft ist wunderschön. Im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel die die Grenze zu Kirgisistan bilden.
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Das Ziel ist ein Gebirgssee auf über 2600m. Den See erreiche ich am ersten Tag noch nicht da die 50km bis zum See teils eine kaputte Offroadpiste sind und ich viel zu häufig anhalte um Bilder der grandiosen Bergwelt zu machen. Am nächsten Tag erreiche ich den See leider mit dem Fahrzeug auch nicht, da mehrere Schneefelder den Weg versperren. Aber zu Fuß stampfe ich durch den Schnee zum See der teilweise noch unter einer Eisschicht verborgen ist. Anfang Mai ist einfach zu früh im Jahr. Dennoch hat sich der Weg hier hoch mehr als gelohnt. Der LT war erstmals auf einer Höhe oberhalb von 2600m unterwegs und konnte bei den schlechten Wegen seine Robustheit unter Beweis stellen.
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Der Rückweg nach Taschkent ist noch Pflichtprogramm. Kasachstan wartet als nächstes Land auf der Route.

Rückblickend war die Reise durch Usbekistan abwechslungsreicher als gedacht. Angefangen mit der Expedition an den Aralsee über die Kulturellen Höhepunkte Xiva, Buchara und Samarkand zurück in die Natur in den Usbekischen Bergen. Bis auf die Organisation von Diesel ist Usbekistan ein Land das ob mit Rucksack oder eigenem Fahrzeug einfach zu bereisen ist. Die Menschen sind zurückhaltend freundlich, die Kosten sind nach Deutschen Maßstäben günstig. In den weniger touristischen Gebieten sind die Leute deutlich interessierter als in Samarkand, so wurde ich in den ländlichen Gebieten öfters auf ein Tee oder gar ein Mittagessen eingeladen. Ich war knapp 3000km in Usbekistan unterwegs, in 3 Wochen habe ich ca. 400€ ausgegeben (inklusive allem auch Bier :grin: ). Dies ist etwas mehr als im Iran oder Turkmenistan, aber der Diesel ist mit 55Cent pro Liter nicht mehr ganz so günstig wie in der zuvor bereisten Ländern.

Und hier dann noch der Link zum kompletten Bilder Album, ich habe hier in den Text nur eine Auswahl davon eingefügt.
https://flic.kr/s/aHsmpe7JzB

Wer Fragen hat darf sich gerne melden.

Gruß
Fabian
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon Feuerwehr_Fabian » Donnerstag 15. November 2018, 20:00

Musste gerade feststellen dass bei der Darstellung auf meinem Handy die Bilder rechts abgeschnitten werden. Da ist wohl was schief gelaufen... Am PC sieht alles gut aus. Falls also rechts unten nicht F.Scholz auf den Bildern steht, müsst ihr mal schauen und ggf die Auflösung anpassen.

Gruß
Fabian
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon tiemo » Samstag 17. November 2018, 02:56

Boar, Fabian,

so viele coole Bilder, danke dafür!
Das mit dem Abschneiden machen die Browser irgendwie, wenn der Bildschirm bestimmte Dimensionen hat. Wenn man zB. im Firefox auf "Grafik anzeigen" geht, ist alles gut.

Gruß, und weiter gute Reise!
Tiemo
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Re: Mit dem LT nach Asien...

Beitragvon MrsRobinson » Sonntag 18. November 2018, 18:38

Atemberaubende Bilder, wie immer. Danke dir dafür!! Bin sehr gespannt auf mehr :doppel_top:
Liebe Grüße, Julia
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