Öl im Luftfilter

Hier sollte alles das rein was mit dem LT im allgemeinen zu tun hat. Auch die Themen Steuern und Versicherung gehören hier her.
Gäste dürfen nur lesen. Registrierte Benutzer und LT-Freunde dürfen lesen, schreiben und Anhänge erstellen.

Öl im Luftfilter

Beitragvon Sarita » Mittwoch 19. September 2018, 13:07

Hallo,
ich wollte gestern den Luftfilter meines 1986er VW LT 28 überprüfen und ggf. austauschen und habe festgestellt, dass sich darin Öl befindet. Worauf kann das hindeuten? Danke für eure Hilfe, Sarita
Sarita
 
Beiträge: 5
Registriert: Freitag 7. September 2018, 11:48
Fahrzeug: VW LT 28, Bj. 1986, Selbstausbau WoMo

Re: Öl im Luftfilter

Beitragvon Barney-Nord » Donnerstag 20. September 2018, 23:25

Hallo Sarita

Das bestätigt meine Aussage vor einigen Tagen im anderen Forum.

Das Öl kommt aus der Kurbegehäuseentlüftung, zieht sich durch den gesamten Rohrtrackt, der zum Luftfilter führt und deutet genau auf das hin, was ich dir drüben schon vor Tagen geschrieben habe.

Vermutlich sind deine Kolbenringe, sowie die Ölabstreifringe gebrochen. Dieses wirst du auch feststellen, wenn du die ebenfalls von mir, auf der anderen Seite vorgeschlagenen Kompressionsprüfung endlich machen lässt. Wenn es ganz schlimm kommt, müssen die Kolben mit Übermaß erneuert werden, sowie die Laufbuchsen der Kolben müssen auf Übermaß gehohnt werden. Aber keine Panik, das mit den Überkolben muss nicht immer sein... Bei mir reichten neue Kolben- und Ölabstreifringe.

Abwr ohne diese Kompressionsprüfung wirst du kein klares Ergebnis haben !

Am Ende wird der LT bei heissem Motor nicht mehr anspringen, da umso wärmer der Motor wird, umso "großer" wird der Motorblock, da sich Metall bei Wärme stark ausdehnt und umso mehr sich der Motor ausdehnt, desto weniger Kompression, wenn deine "Ringe" gebrochen sind und zudem zwischen Kolben und Führung zu viel Spiel besteht.

Ich weiß, das ist eine doofe Situation wenn Mensch keine reale praktische Hilfe bekommt und diese Prüfung auf Grund mangels Werkzeug und Wissen nicht selber machen kann, wenn die Geldbörse "eng" ist.

Es tut mir leid das ich immer noch keine besseren Nachrichten für dich habe, aber das sind nun mal die Fakten, auch wenn sie leider teuer sind, wenn Mensch das nicht selber machen kann.

Aber wie ich vor einiger Zeit schon schrieb, lass irgendwo eine Kompressionsprüfung machen !

Nur dann weißt du was Sache ist !

Übrigens bin ich mir deswegen so sicher, weil ich all das von dir beschriebene, 2005 schon selber durchleben musste.

Da half nur eine komplette Motorsanierung !

Viel Erfolg und lieben Gruß nach Berlin
Barney
Barney-Nord
 
Beiträge: 136
Registriert: Dienstag 29. November 2016, 18:27
Fahrzeug: Lt28 EZ12/1983 kurz, DW, 75PS, Selbstausb Womo

Re: Öl im Luftfilter

Beitragvon Tomturbo1958 » Sonntag 30. September 2018, 23:19

Servus!
Ich weiß nicht welchen Motor Du hast?
Der Ölnebel welcher im Kurbelgehäuse entsteht, sollte im Ventildeckel kondensieren und abtropfen, die restlichen unverbrannten Kohlenwasserstoffe sollen vom Ventildeckel in das Saugrohr geführt und verbrannt werden. Ein Teil des Kondensates rinnt aber in das Saugrohr und abwärts zurück in den Luftfilter. Das ist ganz normal so lange es sich in Grenzen hält. So lange Du keinen blauen Rauch erkennen kannst, hast Du kein Problem. Ich habe auch bei anderen VW schon versaute Luftfilter gesehen.
Du kannst den Schlauch versuchsweise trennen, Saugseitig abstoppeln und Ventildeckelseitig nach unten führen. Nicht erschrecken was aus dem Schlauch kommt. Der Unterboden wird nach und nach schwarz werden, der Luftfilter bleibt sauber. Es ist aber nicht zulässig weil Du Kohlenwasserstoffe in die Umwelt entlässt!
Grüße
Thomas
Benutzeravatar
Tomturbo1958
 
Beiträge: 311
Registriert: Mittwoch 11. November 2015, 14:19
Fahrzeug: LT45 lang 109 PS 440000 Km Womo Eigenbau Reimodach

Re: Öl im Luftfilter

Beitragvon tiemo » Montag 1. Oktober 2018, 00:21

Hallo!

Öl im Luftfilter ist bei den älteren Motoren ja leider keine Seltenheit, solange die Kurbelgehäuseentlüftung auf der Luftfilterseite in den Ansaugtrakt führt.
VW hat das Problem selbst erkannt und bei den späteren Motoren ab 1987 die Kurbelgehäuseentlüftung auf der dem Luftfilter abgewandten Seite angesetzt.
Wenn es einen sehr stört, kann man es umbauen.
Ansonsten hilft nur, den Ansaugtrakt und den Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung mit Bremsenreiniger und Tüchern vom Öl zu säubern. Bis dann wieder was am Luftfilter ankommt, dauert es dann einige Jahre, wenn der Motor sonst in Ordnung ist.
Wenn der Motor aufgrund von Verschleiß oder Defekt erhöhten Kurbelgehäusedruck (Blow-By) hat, kommt das Öl schnell wieder. Das kann man aber testen, indem man bei laufendem Motor mal den Öleinfülldeckel öffnet. Da soll kein oder nur wenig Nebel rauskommen. Wenn es da munter räuchert, stimmt tatsächlich mit dem Motor was nicht und man muss suchen, wie Tom und Barney das schon beschrieben haben.

Gruß,
Tiemo
tiemo
 
Beiträge: 4238
Registriert: Freitag 6. August 2010, 09:01
Fahrzeug: 91er LT28 1S WOMO kurz

Re: Öl im Luftfilter

Beitragvon Tomturbo1958 » Montag 1. Oktober 2018, 07:36

Servus Tiemo!
Ich behaupte auch das es beim LT die besonders heißen Verhältnisse sind, das Kondensat kann sich im Ventildeckel nicht so richtig bilden und absetzen. Seit ich meine Kühlung verbessert habe, Visco nachgerüstet, Ring um den Lüfter und Gummibalg nachgerüstet (hatte ich weg gelassen) und einen großen Ölkühler (mit Thermostat), bilde ich mir ein, daß die Motorentlüftung weniger in den Saugtrakt hinein saut!?
Irgend jemand hat einmal behauptet, daß der Motor den Nebel braucht um die Ventile zu kühlen oder zu schmieren!?
Grüße
Thomas
Benutzeravatar
Tomturbo1958
 
Beiträge: 311
Registriert: Mittwoch 11. November 2015, 14:19
Fahrzeug: LT45 lang 109 PS 440000 Km Womo Eigenbau Reimodach

Re: Öl im Luftfilter

Beitragvon tiemo » Montag 1. Oktober 2018, 10:25

Hi Thomas!

Der Ring und der Gummibalg gehören definitiv eingebaut. Ganz oft ergeben sich ohne diese richtige Temperaturprobleme, wenn es mal an einem heißen Tag heftig bergan geht.
Es gab auch keinen LT, wo das werkseitig nicht montiert war.
Natürlich begünstigen etwas niedrigere Betriebstemperaturen weniger Kurbelgehäusedruck, weil sich weniger Öl zersetzt und Dämpfe bildet.
Die Einlassventile "freuen" sich über die minimale Ölmenge natürlich (weniger Verschleiß), ob sie ihn "brauchen", wie damals die Ottomotoren die Zersetzungsprodukte aus dem Bleimethyl-Zusatz, wenn keine gehärteten Ventilsitze verwendet wurden, weiß ich nicht. Aber es hat halt eher einen positiven Einfluss als dass es stören würde.

Gruß,
Tiemo
tiemo
 
Beiträge: 4238
Registriert: Freitag 6. August 2010, 09:01
Fahrzeug: 91er LT28 1S WOMO kurz

Re: Öl im Luftfilter

Beitragvon Barney-Nord » Montag 1. Oktober 2018, 23:50

Moin Zusammen

Wirklich interessante Beiträge die hier noch dazu gekommen sind. Sehr lehrreich für Leute mit einem gewissen Grundwissen. Das man das Kurbelblabla umbauen kann, bzw. es ab 1987 geändert wurde, wusste ich nicht, sehr interessante Nachricht.

Aber der Fragestellerin wird das wenig helfen, da sie letztlich vermutlich total verwirrt und überfordert ist, wenn Sie das hier alles lesen tut.

Aber grundsätzlich wie gesagt, gute Beiträge zu dem Thema !

Trotz allem bleibe ich dabei, ohne eine Kompressionsprüfung, würde ich keinen einzigen Cent in den alten Motor, von dem eigentlich nichts über vorherige arbeiten oder sonstwas bekannt ist, außer dass er scheinbar massive Probleme hat, hinein stecken.

Gruß Barney
Barney-Nord
 
Beiträge: 136
Registriert: Dienstag 29. November 2016, 18:27
Fahrzeug: Lt28 EZ12/1983 kurz, DW, 75PS, Selbstausb Womo

Re: Öl im Luftfilter

Beitragvon Hordiepfrompt » Donnerstag 4. Oktober 2018, 10:22

Servus beisammen,

ich würde - wenn mich der eingesaute Luftfilter stören würde - bloß an den Symptomen rumkurieren und einen Catchtank zwischen Ventildeckelentlüftung und Ansaugschlauch hängen.

Gruß Thomas
Hordiepfrompt
 
Beiträge: 8
Registriert: Montag 1. August 2016, 13:38
Fahrzeug: LT28D, 7/81, CP, "Sven Hedin"

Re: Öl im Luftfilter

Beitragvon tiemo » Donnerstag 4. Oktober 2018, 10:51

Hi Thomas!

Normalerweise ist das so wenig, dass man keinen Tank dafür benötigt. Es dauert mehrere Jahre, bis da was am Filter ankommt. Dann reicht es, den Ansaugtrakt mit Bremsenreiniger zu säubern und es sind wieder einige Jahre Ruhe.

Gruß,
Tiemo
tiemo
 
Beiträge: 4238
Registriert: Freitag 6. August 2010, 09:01
Fahrzeug: 91er LT28 1S WOMO kurz


Zurück zu LT-Forum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 2 Gäste